Selbstzensur auf Druck von Lobbygruppe beim WDR

Es erinnert einen an die berühmte Dystopie 1984 von George Orwell. Das Wahrheitsministerium löscht und verändert Ereignisse, die nicht oder nicht so sein dürfen oder durften aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen. Dabei wird die Vergangenheit im Gedächtnis der Menschen manipulativ verändert. Das individuelle Gedächtnis wird rückwirkend beeinflußt. Erinnerung ist ferngelenkt.

geloeschtDer WDR hat den Beitrag „Hart aber fair – Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ aus seiner Mediathek genommen. Noch reicht die Macht eines einzelnen Senders nicht aus, das komplette Netz zu beherrschen, mithin hinkt der Vergleich mit Orwell etwas hinter der Wirklichkeit her. Es ist allerdings bei fortschreitender Entwicklung nur eine Frage der Zeit, bis eine vollständige Löschung oder Blockade nicht genehmer Inhalte im Internet Wirklichkeit werden könnte.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten in NRW legte Programmbeschwerde beim WDR ein. Eine solche Beschwerde ist gutes demokratisches Recht und es ist keinesfalls unüblich, daß ein Sender auf eine solche reagiert. Allerdings muß man sich schon sehr ernsthaft fragen, inwieweit an dieser Stelle die Löschung der Sendung auch nur ansatzweise gerechtfertigt wäre.

Zu Gast in der Sendung waren: Wolfgang Kubicki, FDP, stellv. Bundesvorsitzender, Anton Hofreiter, B90/Grüne, Fraktionsvorsitzender, Sophia Thomalla, Schauspielerin, Birgit Kelle, Buchautorin GenderGaga, Anne Wizorek, Bloggerin und Autorin. Man hat schon schlechter besetzte Talkshows im öffentlich rechtlichen Fernsehen erleiden müssen. Der Vorwurf der Beschwerdeführerinnen, die Auswahl der Gäste sei nicht geeignete gewesen zu einer fairen Diskussion zu führen, hinterläßt einen ratlos. Auflösung liefert der Lösungsvorschlag der Beschwerdeführerinnen. Fachfrauen bzw. Fachmänner aus Wissenschaft oder Verwaltung hätten vollständig gefehlt. Aha! Das also ist des Pudels Kern. Man wünscht sich eine homogene Plauderrunde, deren Ergebnis im Grunde von vorne herein festegestanden hätte. So aber standen zwei Befürworter von Gendermainstreaming drei Kritikern gegenüber. Bei fünf Gästen ist das durchaus eine faire Aufteilung, die man sich von anderen Sendungen oft genug nur wünschen kann.

Das aber ist den Beschwerdeführerinnen ganz offensichtlich ein Dorn im Auge gewesen. Die Pro-Gendermainstreamingfraktion sah in der Sendung wirklich schlecht aus. Manipulativ war daran gar nichts. Sie hatten einfach die schlechteren Argumente, das schlechtere Standing. Macht ein solches Verfahren Schule, daß wer in einer Sendung schlecht ausgesehen hat, weil seine Argumente untauglich oder unzureichend waren, diese Sendung löschen lassen kann, wenn nur seine Lobby mächtig genug ist, dann ist es mit unserer Meinungsfreiheit nicht mehr weit her.

Natürlich kann nicht hingenommen werden, wenn im öffentlich- rechtlichen Rundfunk manipulativ gearbeitet wird. Wenn O-Töne, Statements oder Veröffentlichungen sinnentstellend, verkürzt oder gar verfälscht widergegeben und benutzt werden. Das allerdings war ja nun bei der jetzt gelöschten Talkshow nicht der Fall. Sie wurde gesendet, wie sie stattgefunden hat und jeder konnte sich selbst ein Bild davon machen, wer gut und wer schlecht argumentiert hatte. Kein O-Ton wurde geschnitten, kein Argument verkürzt oder verfälscht und auch der Vorwurf der unsachlichen Moderation geht nun wahrlich fehl. Der Moderator Frank Plasberg hat sicher an der einen oder anderen Stelle einem der Gäste Brücken gebaut, doch dies fand im Rahmen einer fairen Moderation statt und betraf jeden Teilnehmer. Harte Nachfragen sind allerdings schon Bestandteil des Sendungstitels. Wer die Hitze nicht verträgt, meide die Küche.

Noch mehr erschreckend als die Argumentation der Beschwerdeführerinnen ist die in Jubelstimmung vorgetragene Pressemeldung zur Löschung der Sendung aus der Mediathek des WDR. In deren Nachtrag wird dann auch gleich noch vor einer Veranstaltung mit „antifeministischen, rechtspopulistischen Autorin Birgit Kelle“ in Düsseldorf gewarnt. Eine solche völlig unbegründete Zuschreibung ist wirklich nichts anderes Rufmord. So arbeitet man in diesen Kreisen. Wer nicht ins eigene, kleine, enge Weltbild paßt, wird gnadenlos verleumdet. Ein innerer Zusammenhang zwischen Pressemeldung und Nachtrag läßt sich übrigens nicht erkennen. Die Unwahrheit verbreitet man in üblicher Manier gleich mit. 19.000 Mails an die Verwaltung der Stadt Düsseldorf und 13.000 Unterschriften unter einer Petition zur Unterstützung der Autorin und ihrer Veranstaltung zeugten doch eher von einer großen Unterstützung. Kritiker der Veranstaltung konnten mangels demokratischer Masse offensichtlich nur aus dem Hinterhalt agieren.

Die Damnatio memoriae ist ein Instrument undemokratischer, autoritärer Politik. Demokratie braucht die stetige Wachsamkeit zu ihrem Selbsterhalt, daher gilt es, gegen eine solche Politik der ideologischen Löschung heftigsten Widerspruch einzulegen. Die Freiheit, auch die Freiheit des gesprochenen und geschriebenen Wortes eines jeden in unserem Land ist ein zu hohes Gut, als daß man es mit dem Löschknopf der Willkür tilgen oder manipulieren sollte. Unangenehmes ist zu erdulden. Die Grenze ist die Fairness, erst wenn diese verletzt ist, mag die Korrektur erlaubt sein, doch die Fairness war hier nicht verletzt.

Der jetzt gelöschte Beitrag ist unverzüglich wieder öffentlich zugänglich zu machen, will sich der WDR nicht dem gerechtfertigten Vorwurf der (Selbst-)Zensur aussetzen.

 

 

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2 Responses to Selbstzensur auf Druck von Lobbygruppe beim WDR

  1. Der Beobachter sagt:

    Was die ARD kann, kann das ZDF schon lange.

  2. Gassenreh sagt:

    „Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten.”
    (Friedrich Nietzsche, Philosoph)
    Nicht nur für chancenlose „Gender-Forschung“ muss die Wirtschaft Geld verfügbar machen, sondern leider auch für die negativen Folgekosten des angewandten Genderismus. Denn ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder scheint Gender Mainstreaming schon zu sein. Zum Beispiel das Negieren bedeutsamer und dem Mann überlegener weiblicher Eigenschaften mit der Folge, dass häufig der Body nur noch wichtig und die an sich höhere weibliche Depressionsneigung noch gesteigert wird. Vergessen der für Sprach- und Kognitiventwicklung wichtigen frühkindlichen Mutterbindung (infolge des frühen flüssigkeitsgekoppelten Hörens des Foeten im Mutterleib) mit der Folge von Sprach-, Lese- und Rechtschreibstörungen durch Fremdbetreuung. Probleme durch Cortisolausschüttung (gefährliches Stresshormon) und Schlafmangel mit entsprechendem Wachstumshormonmangel von Krippenkindern mit Hippocampusminderung (Lernmaschine des Gehirns).
    Erschreckende Zunahme von Depressionen auch bei Kindern und Jugendlichen.
    [siehe „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3) und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5 (http://www.amazon.de/trifft-Frauen-Kinder-zuerst-Genderismus/dp/394581801X)

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