Bloggst Du noch oder blödelst Du schon?

Das marxistische Bonmot „Verbloggung führt zur Verblödung“ erregt ja durchaus die Gemüter der Bloggerkolleginnen und -kollegen. Man fühlt sich in seinem ehrenamtlichen publizistischen Tun von Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nicht gerade wertgeschätzt. Natürlich kann man sagen, wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an. Mir paßt er nicht, ich ziehe ihn mir nicht an. Und dennoch.

Im Kontext der Frage nach einem Webportal, das ja im eigentlichen Sinne gar kein Blog ist, fiel dieser markige Spruch, der im Grunde die größte Zahl der katholischen Blogger nicht betrifft, aber dennoch trifft. Dies ist nicht zuletzt so, weil sich katholische Blogger ohnehin von der Kirche und hier insbesondere von den bezahlten kirchlichen Medienarbeitern nicht sonderlich wertgeschätzt fühlen. Statt Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, erntet man eher Häme und Ablehnung. Statt Bloggerrelations zu betreiben, wie es alle großen Unternehmen und Organisationen mehr oder weniger erfolgreich tun, schlägt die katholische Kirche in Deutschland ihren Bloggern die Tür vor der Nase zu. Da fragt man sich als katholischer Blogger, ob man nicht am Ende doch im falschen Film ist. Man wurde auch schon mal mit lockerer Hand in einen Topf mit kreuz net und ähnlichem geworfen.

Wer also verstehen möchte, warum eine Vielzahl katholischer Blogger sich von diesem locker markigen Spruch, der ja dem Grunde nach die katholische Bloggerszene, augenzwinkernd auch schon mal Blogoezese genannt, gar nicht treffen kann, eben dennoch verletzt, gekränkt beleidigt und ganz sicher nicht wertgeschätzt fühlen, muß dies im Hinterkopf behalten.

Im Kontext der allgemeinen Verachtung, die katholischen Bloggern von vielen – nicht von allen – kirchlichen Dienststellen entgegen gebracht wird, gibt es jetzt zudem noch ein Zitat vom Sprecher der deutschen Bischöfe, das bei passender oder unpassender Gelegenheit eben diesen katholischen Bloggern um die Ohren fliegen wird. Was einmal aus der Tube gedrückt ist, das bekommt man in diese nicht wieder zurück.

Als katholischer Blogger gilt mein Dank dem Vorsitzenden der DBK, der mit einem Satz meine jahrelangen Versuche eben doch eine Kommunikation zwischen katholischen Bloggern und kirchlichen Dienststellen zu ermöglichen, förmlich zerschmettert hat. Wir werden das marxsche Bonmot der Verblödung durch Verbloggung sicher im November auf der Bloggertagung in Essen noch mal diskutieren. Vielleicht werden wir es auch nur verblödeln.

Es erschließt sich mir einfach nicht, warum katholisches Bloggen von der Kirche nicht ebenso wertgeschätzt wird, wie die Mitarbeit am Pfarrbrief, das Engagement im Pfarrgemeinderat, liturgische Laiendienste, Mitarbeit in der Caritas und vieles andere mehr. Aber wir werden wohl auch künftig damit leben müssen, die Schmuddelkinder der katholischen Publizistik zu sein.

Da weiß man, was man hat. Guten Abend.

Für mich hat dieser lapidar und vermutlich sogar gedankenlos dahin geworfene Satz einen Denkprozeß ausgelöst. Will ich das eigentlich noch? Nein, ich will es nicht mehr. Ich habe keine Lust, Leute, die mir – und wenn auch nur indirekt – Verblödung unterstellen künftig für lau gegen schlechte Presse und andere öffentliche Angriffe zu verteidigen. Dies nur um dann anschließend von denen, die man verteidigt, beleidigt zu werden. Nein, danke!

Mein Bloggen wird sich ändern. Thematisch, in der Schwerpunktsetzung … Wie genau die Veränderung aussehen wird, das wird sich zeigen. Schnellschüsse sind nicht mein Ding. Ein Denkprozeß ist eingeleitet. Und ja, auch ich habe mich über diesen blöden Satz der Verblödung durch Verbloggung geärgert. Aber Ärger, geht man produktiv damit um, ist gesund und bringt einen voran. In diesem Sinne, fröhliches weiter verblöden bloggen.

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39 Responses to Bloggst Du noch oder blödelst Du schon?

  1. Astrid Ender sagt:

    „locker markigen Spruch“: zumindest diesen Dampfer erreicht zu haben, kann man dem Bischof attestieren. Mainstream das Ziel.

  2. Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

    Andern Sie ihr Bloggen nicht.

  3. Hm, warum fällt eigentlich immer das „manchmal“ unter den Tisch? Wäre doch mal ein Ansatz, um zu verstehen, was der Kardinal wohl tatsächlich gemeint hat. Er hat ja nicht gesagt, daß die Blogger blöd sind, sondern daß zuviel Bloglesen das eigene Denken verblöden könne („manchmal“). Viele Reaktionen in den Kommentaren geben ihm da leider recht.

    M.E. hat er im wesentlichen gesagt, Blogs seien zu langweilig, um interessant zu sein, weil es zu wenig zum Austausch zwischen verschiedenen Ansichten kommt. Sie dienten hauptsächlich der Selbstbestätigung. Hat er da nicht recht? Es ist doch tatsächlich so, daß die modern-katholischen Blogger unter sich bleiben und „wir[tm]“ genauso.

    Ich finde die Blogoezese auch immer langweiliger. Blockbildung habe ich im RL schon genug. Ok, es kann helfen zu sehen, daß es anderen genausogeht. Selbstbestätigung ist ja nicht sinnlos. Hilft aber zumindest mir nicht (mehr), mit dem RL umzugehen. Dann lieber mit fünf Hanseln einmal im Monat echte Erwachsenenkatechese. Da kommen auch die wirklich zentralen Fragen zur Sprache, und die haben mit den kirchenpolitischen Themen nichts, aber auch gar nichts zu tun (nicht mal Frauenpriestertum, Kreuzzüge, Wiederverheiratet Geschiedene; stattdessen Maria, Gebet, Heiligenverehrung, Eschatologie — und das sind keine Tradis, mit denen ich das da mache). Beides schließt sich natürlich nicht gegenseitig aus, aber irgendwie habe ich schon den Eindruck, daß die Blogoezese ihre besten Tage hinter sich hat.

    (Nur mal so aus der Hüfte geschossen.)

    • juergen sagt:

      Das Sich-um-die-eigene-Achse-Drehen und die gegenseitigen Selbstbestätigungen und das gegenseitige Schulterklopfen sind in der That nicht sehr hilfreich. Deswegen habe ich auch nichts vom sog. Dialogprozess gehalten.

  4. Jorge sagt:

    Peter Winnemöllers Bloggen hat sich doch schon verändert. Da bedarf es keiner forschen Ankündigungen mehr („Mein Bloggen wird sich ändern.“), das ist nun seit zweieinhalb Jahren deutlich zu beobachten. Die Kehrtwende von dezidierter Kirchlichkeit weg und zum Rechtspopulismus hin ist hier längst vollzogen.

    Winnemöller gehört für mich zu den tragischsten Totengräbern der „alten“ Blogozese. Angefangen hat es mit der unkritischen Begeisterung für den „Marsch für das Leben“. Dann wirft er sich ohne Not manipulativen Akteuren wie kath.net und „Kirche in Not“ an den Hals; schließlich wird er praktisch zum Organ AfD-naher Familienfetischisten und macht eigentlich nur noch Werbung für innerkirchliche und außerkirchliche Schmutzfinken.

    Jetzt also noch mehr Selbstmitleidsrhetorik. Das passt sehr gut ins Bild, das das Blog bisher schon vermittelt. Wir Armen, uns versteht ja keiner! Klassische „Besorgte“ halt.

    Dieser wehleidige Artikel wirkt so, als ob sich der Totengräber darüber beschwert, dass der Pfarrer nicht zur Beerdigung seiner Lieblingspuppe erschienen ist. Man möchte ihm zurufen: Das ist nichts Echtes, nichts Wirkliches, was du hier zu Grabe trägst! Nichts, was der Beachtung wert wäre. Die Entrüstung ist bloß Leberwurst-Attitüde. Um den Untergang der „Blogozese“ muss sich kein Erzbischof bekümmern.

    Ebf. Marx hat von alledem keine Ahnung. Es ist daher m.E. ganz müßig, verstehen zu wollen, „was der Kardinal wohl tatsächlich gemeint hat.“ Marx hat schon vor Jahren (noch vor dem Papstwechsel) auf die Frage nach seinem Verhältnis zu „kath.net“ geantwortet, er lese keine extremen Internetseiten. Aus seiner Perspektive ganz richtig und legitim. Ich glaube nicht, dass er den Unterschied zwischen „kath.net“ und „katholisches.info“ überhaupt kennt. Von daher ist sein heutiges Statement auch einfach die Wiederholung seiner schon lange bekannten und (ganz bewusst) ignoranten Haltung gegenüber Scharfmachern. Dass er da nicht genauer nuanciert, weil er es weder kann noch will, ist nichts Verwunderliches, worüber man sich aufregen müsste.

    Lustigerweise trifft seine Kritik hier trotz dieser offensichtlichen Ignoranz genau ins Schwarze: Dialogverweigerung und Selbstbeweihräucherung. Besser kann man den Untergang von Winnemöllers „alter“ Blogozese nicht charakterisieren.

    • Jorge sagt:

      (Forts.)
      Diese harte Fundamentalkritik bitte nicht übelnehmen, aber wie sagt der besorgte Beobachter: Muss man ja wohl noch sagen dürfen.

      Sicher ist das starker Tobak und vielleicht auch nicht ganz gerecht, denn es gibt ja durchaus Blogger, die für eine „neue“, vielfältigere oder realitätsoffenere Blogozese stehen. Darunter so „alte“ Erzblogger wie Alipius, der nie aufgehört hat, zumindest streckenweise interessant zu sein, weil er sich seine innere Distanz und kritische Originalität bewahrt oder immer wieder zurückerobert hat.

      Weniger kirchenpolitische „Agenda“, weniger Lager- und Linientreue, weniger Frömmelei, mehr unbekümmertes Drauflosbloggen, ganz gleich in welche Richtung; weniger Anbindung an Partner aus der Weltanschauungsindustrie; weniger Platitüden, mehr subversive Eigenständigkeit. Keine Scheu vor rechts und links, breitere Aufstellung, mehr Glaubensmut.

      Dann verliert auch der Totengräber sein fahlen Gesicht. Ob das den klassischen Blogozesenlesern schmeckt, weiß ich auch nicht, aber mein Rat ginge in diese Richtung: mehr lebendiges Miteinander statt linientreuer Polemik. Vergiss die „Vielzahl katholischer Blogger“, die sich „verletzt, gekränkt beleidigt und ganz sicher nicht wertgeschätzt fühlen“. Die sind völlig uninteressant. Mach dein eigenes Ding, das ist ohnehin die Essenz der Bloggerei und auf die wertschätzende Lektüre eines Erzbischofs überhaupt nicht angewiesen.

      • Der Beobachter sagt:

        ???
        Da fehlt mir wohl der intellektuelle Zugang dazu …

        • Jorge sagt:

          Das dachte ich mir. Hinterladerromantik und Refugeephobie wirken intellektuell abstumpfend.

          • Astrid Ender sagt:

            achja, wo war schon wieder das Thema?

          • Remus sagt:

            Nun, er macht doch sein eigenes Ding, das ist ja überhaupt Grund der Kritik, dass er eben nicht dein Ding macht. Überhaupt ist es schon … interessant, Cicero des Rechtspopulismus zu beschuldigen und im selben Post „keine Scheu vor rechts (!) und links“ einzufordern. Und dass das Wort „Refugeephobie“ nicht gerade nach lagerfreiem Denken riecht muss wohl nicht eigens hervorgehoben werden. Insgesamt ein langer Hasspost, weil andere nicht auf der eigenen Linie liegen: Ironischerweise genau das, was der Autor anderen vorwirft. Hat man ja öfter mal, je weiter links/modern sich der Schreiber einordnet.

          • Jorge sagt:

            @Astrid
            Ähm, der Nachsatz richtete sich an den Beobachter; der weiß genau, welche Äußerungen gemeint sind.

          • Jorge sagt:

            @Remus
            Hab noch nie einen Blogger kritisiert, weil er „rechts“ wäre, sondern nur, weil die Dinge, die er verbreitet, hinten und vorne nicht stimmen oder undurchdacht sind. Das kann „Linke“ genauso treffen, nur kenne ich keine „linken“ Blogs in der „Blogozese“.

            Meine eigene Linie ordne ich bekanntermaßen als einhundertprozentig lagerfrei ein; und die Wortschöpfung „Refugeephobie“ ist erkennbar ironisierend und nimmt ja gerade „links/moderne“ Wortbildungsmuster auf die Schippe, taugt also schonmal gar nicht als Indiz für die Einordnung in deinen Schubladenkasten.

            Der Vorwurf an den Blogger ist nicht, dass er rechts wäre (das sind mehr oder weniger alle „katholischen Blogger“ und das dürfen sie ja auch), schon gar nicht dass er nicht auf „meiner Linie“ wäre (von der habe ich überhaupt nicht gesprochen), sondern dass er seine Unabhängigkeit an der Garderobe von Roland Noé und Beatrix Storch abgibt und sich zum Sprachrohr demagogischer Akteure macht. Kann er ja machen, aber er soll sich dann nicht darüber beschweren, dass man seine „Agendalogik“ nicht ernst nimmt und ihm keinen Platz am Tisch der Bischofskonferenz reserviert.
            Welcher ernsthaft an lagerübergreifender Verständigung interessierte Katholik (völlig egal ob rechts oder links) möchte mit einem völlig aufs Freund-Feind-Denken fixierten und total manipulativen Kampforgan wie „kath.net“ zu tun haben? Wer da mitmacht, hängt seine Seriösität selbst an den Nagel. Das ist nichtmal eine „linke“ Meinung, das sagen dir hartgesottene Tradis ganz genauso. Eine Frage der Seriösität und des Anstands. Es gibt anständige Rechtskatholiken, mit denen man gut reden kann. Und eigentlich gehörte Cicero dazu.

            Während andere Altblogger sich zunehmend vom Lagerdenken emanzipieren, ist Peter Winnemöller immer tiefer hineingerudert. Früher war hier ein gemäßigter, auf Verständigung bedachter Moderator zu Hause. Heute schreibt er weltanschaulich infiziertes Zeug aus der Wir-sind-Family-Ecke und arbeitet mit abseitigen Kirchenkritikern (FdK etc.) und rechtspopulistischen Parteipolitikern (Storch) zusammen. Selbstverständlich ärgert mich das.

          • Remus sagt:

            Rechts darf man sein, aber keine rechten Politiker unterstützen? Oder doch, aber nicht die existenten, sndern nur fiktive? So wie deine „hartgesottenen Tradis“, die dennoch alles Konservative hassen. Aha. Fakten, bitte! Welche „hartgesottenen Tradis“ distanzieren sich denn von FdK, kath.net etc? Das ist doch pure Fiktion, um eben diese konservativen Portale kollektiv in die aufgeblähte Schmuddelecke zu schieben und nicht nur das: dieses massenweise Etikettieren und Abstempeln ist doch genau das Lagerdenken, dass du zu verurteilen vorgibst. Da gibt es einerseits das böse Lager – das sind nicht alle Konservativen, nur alle, die konservativ sind, also definitionsgemäß alle – und das gute Lager, wo man ironiefrei „Refugeephobie“ *lachtränen* sagt. Noch mal, dein ganzer Post ist doch nur Verbitterung, dass Cicero nicht in deinem erstaunlich selbstreferenziellen Lager liegt. Und dat is Lagerdenken.

          • Remus sagt:

            Oder „weltanschaulich infiziert“. Das spricht wohl für sich.

  5. Astrid Ender sagt:

    aber immerhin: eine bestehenden Blog nicht lesen ist einfacher als einen Blog vermissen.

  6. Francis sagt:

    Über die selbstgefällige Arroganz, mit der sich „Jorge“ durch die Kommentarspalten der Blogoezese pöbelt, bin ich doch immer noch überrascht.
    Diese harte Fundamentalkritik bitte nicht übelnehmen, aber wie sagt der besorgte Beobachter: Muss man ja wohl noch sagen dürfen.

    • Jorge sagt:

      Papperlapapp. Arrogant oder nicht, ist mir ziemlich wurscht. Wirklich arrogant wäre es, sich die Sache anzuschauen und sich bloß seinen Teil zu denken und nichts dazu zu sagen. Oder halt wie Kardinal Marx rechte Internetseiten gar nicht erst zu lesen und alle in einen Topf zu werfen.
      Der ständige Druck auf die Tränendrüse ist jedenfalls furchtbar nervig. Als ob es irgendetwas Erstaunliches wäre, dass „die Blogger“ auf Außenstehende abschreckend und extrem wirken. Dass das ein pauschalisierendes Fehlurteil ist, geschenkt. Nicht jeder hat Zeit und Lust, sich die einzelnen Blogger genauer anzusehen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber gerade Peter Winnemöller, der blogozesenmäßig so viel verbockt hat, ist jemand, auf den die Worte von Marx reinigend und anspornend wirken müssten, seine Schieflage zu korrigieren oder sich wenigstens damit auseinanderzusetzen. Das Zeug dazu hätte er. Er müsste nur seine Abhängigkeit zu kirchenpolitischen Amokläufern kappen und den Mut haben, eigene Wege zu gehen. Stattdessen ergeht er sich in Selbstmitleid.

      Wie ich kürzlich beim Kreuzknappen sagte, gehört Cicero ja eigentlich zu den „Guten“, die kritische Anmerkungen wenigstens zulassen, auch wenn er sich nicht drauf einlässt. Arrogant wäre es, diese Möglichkeit nicht wahrzunehmen und ihn in seinem Saft schmoren zu lassen. Er soll sich vernünftig streiten und ordentliche Kost liefern, statt beleidigt irgendwelche kruden Andeutungen zu raunen.

    • Hildegard sagt:

      Diese Antwort auf „Jorge“ zeigt leider nur, wie Recht dieser mit seinen kritischen Wahrnehmungen der selbstreferentiellen und auf strikte rechtskatholische „Linientreue“ fixierten „Blogozese“, wie sie sich inzwischen entwickelt hat.
      Einfach nur die Behauptung, „Jorge“ würde „pöbeln“ (dabei findet sich in seinem umfänglichen Kommentar keine einzige Verbaliniurie, es ist deutliche, aber sachliche und inhaltlich begründete Kritik), null kritisches Eingehen auf seine Kritik.

      Genau das ist der Grund, weshalb ein vielbeschäftigter Kardinal gut beraten ist, seine winzige Freizeit nicht mit Rumsurfen in einer sog. „Blogozese“ zu vergeuden.

  7. Laurentius sagt:

    Nun, der Kardinal haut doch gerne mal eine Satz raus.
    Was soll es?
    Ich habe nie etwas auf diese Dialogprozesse gegeben. Da ging es doch nach dem alten Trick im Dreischritt: Einladen, einbinden, einnorden. So laufen die „Dialogprozesse“ überall, egal ob kommunal oder kirchlich. Der Mainstream soll einbezogen werden und Extrempositionen abgespalten, marginalisiert werden. Am Ende werden dann wieder Kennziffern herausgezogen. Erwartungen nicht erfüllt. Wiedersehn! Ziel: Spaltung und Zersetzung. So muß man nicht den Zulauf fürchten und die Gefahr, die Deutungshoheit zu verlieren, ist in aller Freundlichkeit, deeskalativ und quasi prophylaktisch gebannt.
    Leute, es geht schlicht und ergreifend um Machterhalt.
    Wer jetzt enttäuscht ist, muß wohl vorher getäuscht worden sein, nicht wahr?

  8. Kardinal Marx insinuiert, für manche sei das Bloggen schon die Welt, und zum Glück – die Lacher auf seiner Seite – darf er feststellen, dass das Internet nicht die Welt ist. Marx wird aber auch nicht so blöd sein, nicht zu erkennen, dass man sich mit der Beschäftigung mit dem eigenen Glauben, ob in einem Blog, in einem Buch, in der Lehre oder der individuellen Weiterbildung, durchaus einen erweiterten Teil der Welt zugänglich macht. Unter katholischen Bloggern sind Geistliche wie Weltliche vertreten, Philosophen und Handwerker, Genießer der feinen Künste und Heavy-Metal-Fans, Herz-Jesu-Sozialisten genau so wie Marktradikale wie ich einer bin. Und sie alle bemühen sich, die Welt nicht nur für sich sondern auch für andere zu erschließen. Wie blöd muss man sein, sich dem zu verschließen, das alles in einen Topf zu werfen, und den Verdacht zu nähren, das sei eher verblödend?
    Also, wer kann sich denn auf Jesus von Nazareth berufen und einen anderen Menschen erniedrigen?” Das sagte der Vorstitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Ob dieser Schuldspruch nicht leider (auch) ihn selbst betrifft?

  9. juergen sagt:

    »Im Kontext der Frage nach einem Webportal, das ja im eigentlichen Sinne gar kein Blog ist, fiel dieser markige Spruch, der im Grunde die größte Zahl der katholischen Blogger nicht betrifft, aber dennoch trifft.«

    Vielleicht ist es etwas untergegangen, aber in der Frage aus dem Publikum wurde das Wort „Blog“ überhaupt nicht erwähnt. Es wurde namentlich ein Webportal genannt (wörtlich: »Seiten wie katholisches.info oder anderen Bereichen«). Auf diese Frage nennt Erzbischof Reinhard dann Blogs (wörtlich: »diese Blogs oder was«).

    Was die genannte Internetseite ist, wurde gar nicht erläutert: Es hätte also eine private Homepage, eine Nachrichtenseite, eine Internetforum, ein Blog oder sonst irgendetwas sein können. Erzbischof Reinhard sagt dann, daß er es nicht kennt und und dennoch benennt er es als Blogs.
    Wir kommt er darauf?

    Natürlich kann man nicht sehen, was während der Fragestellung passiert. Vielleicht hat er sich kurz bei seinen Tischnachbarn schlau gemacht: „Was ist das?“ – „Ein Blog“. Das ist freilich nur reine Spekulation.

    Ich werde den Verdacht nicht los, daß Erzbischof Reinhard vielleicht doch mehr über die Dinge weiß, als er in der Pressekonferenz sagen wollte.

  10. JLTD sagt:

    Ich mag zwar die Art Seiner Exzellenz nicht, ich denke auch, dass er seine Worte überlegter hätte wählen sollen.

    Dieser Beitrag ist allerdings ein verletztes Sich-um-sich-selbst-drehen und bestätigt inhaltlich die Kritik des Erzbischofs.

    Sie sind beleidigt oder verletzt. Nun gut, dann lassen Sie es ganz, oder ändern Sie es oder was auch immer. Aber fragen Sie sich dann bitte:

    Für wen haben Sie das hier dann die ganze Zeit getan?

    Wer wegen so etwas aufhört oder irgendetwas ändert, wirft damit kein gutes Licht auf seine bisherigen Motive.

    Vor dem Lesen Ihres Beitrags auf kath.net war mir nicht klar, was der Erzbischof mit dem Gegensatz von Blog und Dialog meinte. Der Blogger will offenbar eher zugehört werden. Dass dabei eine Tendenz besteht, sich um sich selbst zu drehen, zeigt das Selbstmitleid dieses Beitrages.

    Sie haben mir ohne es zu wollen den Erzbischof erklärt. Dabei hätte ich gerne die Blogger verteidigt.

    • Cicero sagt:

      Ihr Kommentar zeigt mir ein hohes Maß an Ahnungslosigkeit über die Versuche, die in den letzten Jahren gelaufen sind, auf verschiedenen Ebenen Blogger mit Dienststellen der Kirche in Deutschland zu vernetzen. Ferner zeigt der Kommentar, daß Sie offensichtlich nicht wissen, welches Maß an Verachtung, Verleumdung und Diskreditierung katholische Blogger in den vergangenen 10 Jahren von kirchlichen Mitarbeiter haben erleben dürfen.
      Gleichzeitig wird die ehrenamtliche Arbeit der vielen sehr, sehr unterschiedlichen Blogger mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten und Ausrichtungen von vielen Lesern sehr geschätzt. Das ist etwas, was mir sehr viel Wert ist. Das möchte ich bewahren. Und es ist mein Wunsch, daß die Bloggerszene weiter wächst und sich auch künftig einer großen Aufmerksamkeit erfreut.

      Mein Bloggen wird sich verändern, das ist Fakt.
      Es hat sich auch in der Vergangenheit immer wieder geändert.
      Änderung ist, wenn es gelingt sie fruchtbar werden zu lassen, durchaus auch ein Wachstum.
      Von Aufhören kann gar keine Rede sein.
      Dazu habe ich viel zu viel Freude daran.

      Doch eine Veränderung der Schwerpunkte, ein weniger an Blick auf die Strukturen der sog. Amtskirche, ein wenig mehr Blick auf die Leser und vielleicht sogar eine andere noch weiter greifende Auswahl an Themenfeldern, das halte ich nicht für ein minderwertiges Motiv. Auch wenn es durch eine Verärgerung ausgelöst wurde. Ärgern ist gesund! Wenn man mit dem Ärger produktiv umgeht.

      Kardinal Marx hat es ja deutlich gesagt, daß er gar nicht mehr daran glaubt, daß es so gut ist, wenn jeder mit jedem redet. Die sehr homogene Einladungspraxis beim Dialogprozeß der DBK zeigt das ja auch nur zu deutlich, wie dieser Satz gemeint war. Mir ist z.B. nicht bekannt, daß einmal ein Vertreter der katholischen Bloggerszene zum Dialogprozeß eingeladen war.
      Es ist richtig, daß sich kath. Blogger wie Journalisten zu den Veranstaltungen hätte akkreditieren können. Aber wer kann sich das finanziell und zeitlich leisten?
      Ein gutes Signal wäre es gewesen, sich mal einen pro Jahr aus der Szene auszusuchen und ihn oder sie zu einer Dialogveranstaltung einzuladen. Das ist nicht geschehen. Chance vertan.

      Wenn ich aber nun besser werden kann, weil ich einen Aspekt gedanklich künftig außen vor lassen kann, dafür andere Aspekte mehr (oder wieder mehr) berücksichtigen kann, was soll daran schlecht sein.
      Am Ende muß ich dem Kardinal ja noch für seinen blöden Spruch dankbar sein. So es denn gelingt, aus der Verärgerung eine positive Frucht wachsen zu lassen.

      Eines allerdings will mir gar nicht einleuchten. Warum soll man nicht / darf man nicht verärgert sein, wenn man so offensichtlich en passant vor den Kopf gestoßen wird? Was ist daran verwerflich?
      Verwerflich wäre es, aus solch minderem Anlaß die Brocken zu schmeißen.

      Ich höre doch nicht auf katholisch zu sein, nur weil mich ein Kardinal als potentiell verblödet ansieht. Und damit werde ich auch weiterhin über meine Sicht als Katholik auf die Dinge, die mir berichtens- und kommentierenswert erscheinen, zu verbloggen. Idealerweise natürlich ohne zu verblöden.

      • Jorge sagt:

        Gefühlte 99 Prozent der Blogozesenbewohner tragen ein Anti-ZdK-Logo vor sich her. Man will also in der „Normalkirche“ gar nicht mitmachen und sucht sich andere, neuartige, virtuelle Räume, in denen man sein Christsein lebt und seine Eigenart zur Geltung bringt.
        Soweit legitim, vielleicht sogar zukunftsweisend. Sich dann aber darüber zu beschweren, dass man nicht zum „Dialogprozess“ eingeladen ist, ist schon sehr dreist.
        Wer nicht will, der hat schon. Die APO hat im Mainstreamparlament nichts verloren, sonst ist sie keine APO mehr, eigentlich logisch.

        Der „Dialogprozess“ war sicherlich auf weite Strecken eine relativ langweilige und selbstreferenzielle Angelegenheit. Wer nicht am Gremien- und Pfarrfestkatholizismus interessiert ist (ich zum Beispiel), kann dem wenig abgewinnen.

        Sich dann beschweren, dass man nicht mitmachen durfte, geht aber zu weit. Wer sich trotz Skepsis einbringen wollte, brauchte nur seine Scheu vor dem Stuhlkreis überwinden und konnte ohne Weiteres wie jeder andere Gemeindekatholik auch dabeisein und wenigstens bei den Basisveranstaltungen alles thematisieren, was er nur wollte.

        Der konservative Block hat diese Veranstaltungen von Anfang an schlechtgeredet und konsequent torpediert, statt mitzumachen. Ich hab auch nicht mitgemacht, weil es mir nicht besonders aufregend erschien und ich die Kritik auch teilweise nachvollziehen kann. Aber das ist doch mein Problem.

        Psychologisch ist die Abwehr vielleicht verständlich. Der klassische Fundi hält es schwer aus, dass so viele Pseudokatholiken ihren liberalen Meinungsbrei breittreten und jeder, der Rosenkranz und Mundkommunion anspricht, belächelt oder angefeindet wird.
        Er hätte zur Kenntnis nehmen müssen, dass er als Fundi eben nur eine winzige Minderheit in der Kirche ist und nicht das große Wort führen kann. Das tut vielleicht weh oder ist nervig, gehört aber zur Realität.
        In der selbstgebastelten „Blogozese“ ist das anders, aber in der realen Welt muss man mit Andersdenkenden auskommen. Wer die Kirche liebt, akzeptiert das und sucht sich nicht seine eigene Kirche im Schneckenhaus, sondern fühlt sich als Teil der Kirche, so wie sie ist.

        Als neuartige Nische für Gleichgesinnte, vielleicht auch als Schutzraum für solche Fundis, ist die „Blogozese“ völlig in Ordnung und legitim. Nur die Vorstellung, bei der „Blogozese“ handele es sich um ein buntes Gemisch vielfältigster Blogger, die mit ihren unterschiedlichsten Ausrichtungen und Interessen das ganze katholische Spektrum abbilden, ist eine völlige Fehleinschätzung, ein Trugbild. Solche virtuellen Räume organisieren sich anders.

      • JLTD sagt:

        Danke für Ihre Stellungnahme.

        Meine Sicht der Dinge ist: möchten Sie journalistische Anerkennung, dann brauchen Sie die Akkreditierung. Haben Sie diese nicht, dann bloggen Sie. Achtet niemand auf das, was Sie schreiben, dann ist es halt so. Liest Sie jemand, super.

        Sich darüber zu beklagen, dass die Kirche nicht auf die „Blogoeseze“ zugeht, halte ich für total kindisch. Warum sollte sie das tun?

        Wenn Sie dies tun, weil Sie es für gut halten, dann tun Sie es doch einfach weiter. Wollen Sie zu Pressekonferenzen eingeladen werden, dann lassen Sie sich akkreditieren. Geht das nicht, dann hilft Beklagen oder Verletztsein auch nicht.

        Danke jedenfalls für die Veröffentlichung auch kritischer Kommentare. Ich habe etwas weniger Hartes bei kath.net geschrieben, und mein Benutzername wurde gesperrt.
        Die Moderation dort hat anscheinend ein Problem mit Kritik. Ich finde, Kritik als etwas schlechtes darzustellen, ist verwerflich.

        Wie auch immer, ich verstehe die Aufregung nicht. Es werden nun sogar offene Briefe an Erzbischof Marx geschrieben. Was für ein Blödsinn. Das ist jetzt wohl sein „Verbloggung-Gate“.

        Machen Sie einfach weiter, wenn Sie das für Gott tun. Über die Worte des Erzbischofs so beleidigt zu sein, zeigt nichts Gutes.

        Wer beleidigt oder gekränkt ist, hat es wohl nötig. Er hält an irgendetwas fest, woran er nicht festhalten sollte. Trauer kann gut sein, beleidigt oder gekränkt sein ist immer schlecht. Der Grund für Letzteres liegt immer bei einem selbst.

  11. Hildegard sagt:

    Der Kardinal hat, man kann es auf dem Video anhören, FUNDAMENTALISTISCHE Blogger gemeint. Danach, und nach nichts anderem, war er nämlich gefragt worden. Weshalb müssen Sie sich dann von diesem „blöden Spruch“ gemeint fühlen? Sind Sie doch gar nicht.

    • juergen sagt:

      Was heißt „fundamentalistisch“?

      Sind damit jene Leute gemeint, die ihr Haus nicht auf Sand, sondern auf festen Felsen bauen?

    • Victor sagt:

      Es geht ja leider nicht (objektiv) darum, welcher Blogger fundamentalistisch ist, und auch nicht (subjektiv) darum, welcher Blogger sich selbst für fundamentalistisch hält – sondern schlicht darum, wen Kardinal Marx für fundamentalistisch hält. Und die Erfahrung zeigt, daß das sehr viele sind. Wenn schon kath.net für extrem gehalten wird…

      • Jorge sagt:

        Der Kardinal hat nicht die geringste Ahnung, wovon er redet. Das sollte man endlich einsehen und aufhören, aus seinem dummen Spruch irgendwelche Bedeutungen herauslesen zu wollen. Seine Einstellung zu rechten Internetmedien ist bekannt, er ignoriert sie einfach, und das ist aus seiner Sicht auch gut so, weil er dadurch für irgendwelche gezielte Kampagnen und Shitstorms unangreifbar wird. Eine kluge Taktik, zwar nicht das Ei des Kolumbus (denn irgendjemand aus der Hierarchie sollte schon beobachten, was sich im Netz so tut), aber für Marx genau das Richtige, um sich seine Unabhängigkeit zu bewahren. Den Rest erledigen seine Männer. Marx ist ein unsympathischer Autoritätsklotz, aber er weiß, was er tut, und macht das ganz richtig. Gerade deshalb sind die Netzaktivisten ja so wütend auf ihn, weil sie ihn nicht zu fassen kriegen.

        • Jorge sagt:

          Giuseppe Nardi von katholisches.info hat völlig recht, wenn er (als Einziger, soweit ich sehe) in seinem Artikel zu dem Vorfall die Aufmerksamkeit ganz von der Antwort des Kardinals weg und hin zu der Frage des Priesters aus dem Publikum lenkt, nämlich ob die „Bischofskonferenz entschiedener gegen innerkirchliche Fundamentalisten vorgehen“ wird. Natürlich hält Nardi die Frage für abwegig und findet v.a. den Vergleich innerkirchlicher Fundamentalisten mit Islamisten unerhört.

          Genau das ist eine Frage, für die sich ein Blogger am Puls der Zeit interessieren müsste. Darauf kommt aber anscheinend niemand außer Nardi, weil man sich lieber von Kdl. Marx „gekränkt“ fühlt.

          In der säkularen öffentlichen Wahrnehmung werden christliche und islamische Radikalreligiöse zunehmend gleichgesetzt. Der Islamismus und sein Terror zeigen, zu welchen verstiegenen Vorstellungen und Untaten radikalreligiös denkende Menschen fähig sind, weil sie nicht in der Realität, sondern in einer eingebildeten Parallelwelt leben, in der andere Gesetze gelten als in der Wirklichkeit.

          Bis jetzt konnte man immer gut sagen, Evangelikale oder Tradis sind harmlose Spinner, die keinem etwas zuleide tun, weil sie Christen sind und keine Moslems.
          Bei Pegida konnte man immer noch gut sagen, es gibt zwar gewisse Sympathien mancher Christen und umgekehrt, aber diese Rechten sind an sich kaum christlich geprägt, sondern zumeist religiös desinteressierte Wutbürger.
          In der Flüchtlingskrise gilt das jetzt nicht mehr. Da positioniert sich die christliche und sogar die kirchliche Rechte teilweise erschreckend klar auf der unmenschlichen Seite.

          • Remus sagt:

            Wer also Befürchtungen ob des Zustroms vieler auch islamistischer Einwanderer ins Land hegt, der steht dadurch auf einer Stufe mit eben solchen islamistischen Bombenlegern?

  12. Jorge sagt:

    Die Flüchtlingskrise wirkt da wie eine Art Katalysator. Solange sich Rechtskatholiken auf Familienromantik und Abtreibungsmärsche oder relativ uninteressante Rand- oder Glaubensthemen wie Gender, Wiederheirat, Dogmen etc. beschränken, waren es harmlose, zum Teil durchaus liebenswerte Spinner. Jetzt aber sind wir aber soweit, dass einige, die sich wegen des Familienthemas in AfD-Netzwerke verstrickt haben, auch den Rassismus und die völkischen Töne der Flüchtlingsdebatte entweder totschweigen oder sogar mitmachen. Das ist natürlich ohne deutliche Gegenrede nicht mehr hinnehmbar.

    Die am offensten mit AfD- und Pegida-Akteuren kooperierenden blogozesanen Netzwerker sind -soweit ich sehe- momentan Felizitas Küble und Peter Winnemöller. Küble veröffentlicht Parteiaufrufe von Frauke Petry und Jörg Meuthen im Wortlaut. Winnemöller tut sowas Dummdreistes natürlich nicht, distanziert sich aber auch kein Stück von seinen Freunden aus der „Freien Welt“.
    Hier geht es nicht mehr um „rechts“, sondern nur noch darum, ganz allgemein „christliche“ Haltung zu zeigen.

    Und keiner soll sagen, andere „rechte“ Blogger hätten es nicht besser gemacht. Elsa (die bekanntlich in der Püttmann-Kontroverse wegen ihrer Russlandpolitik unangenehm weit in die „rechte“ Ecke gedrängelt wurde) hat fremdenfeindliche Kommentare wiederholt gelöscht; Echo Romeo hat sich klar christlich positioniert; ein überzeugter Altritualist wie Clamormeus hat von Anfang an Stellung gegen fremdenfeindliche Demos vor Flüchtlingsheimen bezogen; und es gibt noch mehr Beispiele. Sind diese Blogger weniger „rechts“ als Cicero? Nein, manche eher mehr.
    Aber aus Rücksicht auf seine AfD- und kath.net-Verbindungen musste das hier offenbar ausfallen und wurde unter den Teppich gekehrt. Selbstverständlich ist das eine kritische Nachfrage wert.

    So eine Nachfrage wäre z.B.:
    Kann man als kath. Blogger wirklich weiterhin den Spruch „Mich vertritt nicht das ZdK“ im Schild führen, nachdem Alois Glück (übrigens im Beisein von Kdl. Marx) klargestellt hat: „Wer Werte beschwört – Heimat, Familie, was auch immer –, aber gleichzeitig Stimmung macht gegen Menschen anderer kultureller Prägung, anderer religiöser Prägung, kann nie und nimmer unser Partner sein.“ (http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/alois-glueck-fluechtlinge-100.html)

    Oder muss man da nicht klar für Glück Stellung beziehen und sich von den falschen Partnern trennen?
    Das wäre eine gute Diskussion für die Blogozese, die von dieser an Marx gestellten Frage nach dem Kampf gegen „innerkirchliche Fundamentalisten“ angestoßen werden könnte.
    Cicero lamentiert aber lieber über Ausgrenzung durch die „deutsche Amtskirche“. Das ist völlig am Thema vorbei gedacht.

    Desgleichen:
    In Berlin findet ein erfolgreicher „Marsch für das Leben“ mit beachtlichen 7000 Teilnehmern statt, in Bratislava kommen sogar unglaubliche 85.000 Menschen zusammen. Und was sagen die Slowenen zur Flüchtlingskrise? Ist das christlich oder rassistisch? Haben deutsche Lebensmarschierer evtl. ähnliche Ansichten? Hat sie jemand befragt? Alles Dinge, worüber man als Journalist und Spezialist für solche Märsche gut bloggen könnte.

  13. Remus sagt:

    Man kann übrigens auch pro Flüchtling und sich an den Aussagen des Bischofs, der Ausgrenzung durch die Amtskirche, ebenso reiben wie Cicero: Josef Bordat machts vor. Übrigens sei erwähnt, dass kath.net konsequent pro Flüchtling berichtet. Wie passt das in Ihr Lagerdenken?

    • Hildegard sagt:

      kath.net „konsequent pro Flpchtling“??? Dann haben Sie die letzten zwei Wochen offenbar nicht mehr bei kath.net reingeschaut…
      Sobald kath.net mitgekriegt hat, dass die AfD und Teile der CSU Stimmung gegen Merkel gemacht haben in dieser Sache, haben die Linzer elegant der Swing nach „flüchtlingskritisch“ gemacht.

  14. Hartwig Hofmeister sagt:

    Kann mir einer sagen, was man tun kann um die Kommentare zu verstehen? Ich habe da echt ein Problem damit!

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